Bazon Brock – Kognitives Objekt (1975)

60,00

Description

Art-Object / Multiple by Bazon Brock.
New edition of this object first conceived in 1975.

Two Brushes

Der Häusliche Alltag als Philosophenschule

Reflexivität – ein Zauber der Moderne?

Im Bürsten der dreckigen Bürsten zeigt sich täglich reinigende Selbstbezüglichkeit

“Das Bürstenpaar ist ein Objekt von 1975. Seit Marcel Duchamp ist das kein Kunstwerk mehr, seit Dada war es kein Kunstwerk mehr. Was ist es also? Es ist banal: Es sind zwei Bürsten. Indem sie diese aufeinander beziehen und zeigen, welche Aspekte zum Vorschein kommen, gewinnen sie in dieser Formation einen Erkenntnisanspruch, der die Grundkategorie der Moderne beschreibt, nämlich Selbstbezüglichkeit. Eine Bürste, die auf eine Bürste bezogen ist, ist selbstbezüglich, also Reflexivität. Wenn Ulrich Beck und andere sagten, das Jahrhundert der Moderne sei das Jahrhundert der Reflexivität, dann wird es mit so einem einfachen Ding anschaulich. Jede Hausfrau hat eine Bürste im Haus und weiß, wenn die Bürste des Mannes, die auf dem Nachttisch liegt, durch das Bürsten der Haare dreckig wird, nimmt sie ihre eigene Bürste, die meistens sauberer ist, und bürstet die Bürste. Wenn ich das Bürsten auf die Bürste anwende, habe ich Reflexivität betrieben, Selbstbezüglichkeit. Und das Wunder der Moderne ist das, was Sie hier sehen: Beide Bürsten sind sauber. Das heißt bei Beck „Glaube der Reflexivität“, ein Zauber der Moderne. Im Bürsten der dreckigen Bürsten zeigt sich täglich reinigende Selbstbezüglichkeit. Das ist es. Es steht noch darauf: „Bazon Brock – Kognitive Objekte, der häusliche Alltag als Philosophenschule.“ Das war das Kunstwerk. Danach wurde alles gemacht, sämtliche Alltagsphänomene, alles, was es im Alltag gab, wurde auf diese Weise überhaupt zu einem Problem und als Problem deswegen interessant, weil man es nicht durch Lösung beseitigen kann. Wenn ein Problem gelöst werden kann, ist es ja keins.”